Super-Gau in Miami: Kurz vor Beginn der World Outgames haben die Organisatoren das Sport-Event fast komplett abgesagt. Sportler und Besucher wurden von der Nachricht kalt erwischt. Als Grund werden finanzielle Probleme genannt.

Text: Tobias Sauer

 

Angekündigt wurden die World Outgames als ein „Ereignis, das mehr Athleten zusammenbringt als die Olympischen Spiele“ – doch nun ist der Traum in allerletzter Sekunde weitgehend geplatzt. „Mit großem Bedauern müssen wir aufgrund finanzieller Belastungen die Eröffnungs- und Schlusszeremonie sowie das Sportprogramm mit Ausnahme von Wassersport, Country Western Dance und Fußball absagen“, erklärten die Organisatoren auf ihrer Facebook-Seite am Freitagabend in Miami (Ortszeit). „Die Menschenrechtskonferenz und das Kulturprogramm finden wie geplant statt“, schrieben sie.

Das zehntägige LGBT-Sportevent wurde damit rund 24 Stunden vor der geplanten Eröffnungszeremonie fast vollständig abgesagt. Die Organisatoren hatten mit rund 15.000 Teilnehmern gerechnet und Wettkämpfe in 30 Sportarten angesetzt. Ursprünglich sollte die Eröffnungsveranstaltung im 36.000 Zuschauer fassenden Marlins-Park-Stadion stattfinden, in dem zuvor unter anderem Beyoncé auftrat.

Sportler machen ihrem Ärger Luft

In den sozialen Netzwerken machen sich Sportler ihrem Ärger Luft. Viele sind einige Tage vor den Spielen nach Miami gereist, andere wurden von der Absage kalt erwischt, als sie schon im Flugzeug saßen. „Diese Absage in letzter Minute zeigt völlig fehlenden Respekt vor den Teilnehmern, besonders denjenigen, die aus dem Ausland anreisen“, sagte ein belgischer Sportler dem Miami Herald.

Die Sportler werfen den Organisatoren unter anderem vor, schon seit längerem gewusst zu haben, dass die Spiele nicht stattfinden könnten. Als Beleg werden unter anderem nicht gezahlte Gebühren an die Stadt Miami genannt.

Alternativen zu den Miami World Outgames

Teilnehmer haben mittlerweile die Facebook-Gruppe Miami World Outgames Alternative gegründet und können sich dort austauschen. Hotels wie das Gaythering, der Club Score und die Bar Palace bieten enttäuschten Besuchern freie Drinks oder kostenlosen Eintritt an. „Wir mögen uns nicht vorstellen, was unsere ausländischen Freunde jetzt über Miami denken“, schreibt das Palace-Team in der Facebook-Gruppe, „aber wir wollen versuchen, ihren Besuch in Miami trotz der Umstände zu einer fantastischen Erfahrung zu machen.“