Der Spartacus International Gay Guide hat heute seinen aktualisierten Gay Travel Index für 2016 veröffentlicht. Der seit über 40 Jahren erscheinende Reiseführer für die Gay Community informiert bereits seit vielen Jahren über die rechtliche Situation von Schwulen und Lesben in insgesamt über 190 Ländern. Die Redaktion steht dabei in regelmäßigem Kontakt zum Auswärtigen Amt, den ausländischen Botschaften in Deutschland sowie LGBT-(Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender)-Aktivisten aus aller Welt.

Zu den Gewinnern des Jahres 2015 zählen Nepal (+50 Plätze) und Puerto Rico (+41 Plätze) und Mosambik (+37 Plätze). In der neuen Verfassung in Nepal wird ein explizites Diskriminierungsverbot von Schwulen und Lesben aufgenommen. Puerto Rico (Foto) übernimmt als Außengebiet der USA die sog. Homoehe und führt weitreichende Gesetzesänderungen zum Adoptionsrecht ein. Mosambik legalisiert entgegen des allgemeinen Trends auf dem afrikanischen Kontinent die Homosexualität.

USA: Historische Entscheidung des Supreme Courts

Der Supreme Court der USA hält ein Verbot der Ehe zwischen Homosexuellen für verfassungswidrig und legalisiert damit auf einem Schlag die Ehe in allen Bundesstaaten. Die knappe Entscheidung der Richter ist nicht unumstritten und ist auch im aktuellen Präsidentschaftswahlkampf gerade unter den republikanischen Kandidaten ein Streitthema.

Trügerische Idylle: Malediven – Partnerland der ITB 2016

Die Malediven bieten mit ihrer beeindruckenden natürlichen Umgebung ein schönes Reiseziel. Doch für Homosexuelle ist die Lage sehr prekär. Es gilt praktisch das Sharia-Recht und so können Schwule unter anderem zum Tod verurteilt werden. Die Malediven opponieren aktiv wiederholt als eines der wenigen Länder öffentlich UN-Beschlüsse zur Anerkennung von LGBT-Rechten. Zuletzt geschah dies bei einer LGBT-Resolution des UN-Menschenrechtsrat (UNHRC), das mit großer Mehrheit verabschiedet wurde.

Deutschland fällt weiter zurück

Die große politische Diskussion zur Einführung der Ehe zwischen Homosexuellen in Deutschland nach dem Referendum im konservativen Irland und der Supreme Court-Entscheidung in den USA, führte letztendlich zu keinen politischen Fortschritten. Bundeskanzlerin Angela Merkel wehrt sich weiterhin entschieden gegen die Ausweitung von LGBT-Rechten. Die CDU ist und bleibt die einzige Partei im Bundestag, die sich öffentlich gegen die Einführung wehrt. In absehbarer Zeit wird es dabei nach derzeitigem Stand auch bleiben. Es ist gut möglich, dass weitere Länder wie etwa die Schweiz oder Portugal an Deutschland im Ranking vorbeiziehen werden.

Spitzenplätze und Schlusslichter bleiben konstant

Wie auch im Jahr zuvor sind u. a. Iran, Saudi-Arabien, Somalia und Russland Schlusslichter des Gay Travel Index 2016. Auch die Spitzenpositionen des Index bleiben unverändert: So liegt Schweden auf Platz 1, zusammen mit Großbritannien, gefolgt von Belgien, den Niederlanden und Frankreich, die sich den folgenden Platz teilen.