Wer hier ankommt hat es geschafft. Etwa 24 Stunden dauert die Reise von Europa nach Neuseeland und der Flughafen von Auckland ist für viele Touristen die erste Station einer oft mehrwöchigen Urlaubsreise durch das Land am anderen Ende der Welt. Während die meisten Besucher vielleicht zwei oder drei Nächte hier verbringen, um sich von den Strapazen des Fluges zu erholen, ist Andreas Derleth hier in Auckland hängengeblieben. Der ehemalige Mister Gay World, der im Frühjahr 2012 im südafrikanischen Johannesburg den Titel gewann, wollte in Auckland eigentlich nur ein Auslandsjahr mit einem Arbeitsvisum verbringen. Doch neben einem Arbeitsplatz fand der aus dem fränkischen Städtchen Haßfurt stammende Deutsche auch die große Liebe – und blieb.

Schon vor seiner Wahl zum schönsten schwulen Mann der Welt hat sich Andreas in der Szene Aucklands ehrenamtlich engagiert und kennt sich bestens aus. Wenn er von seiner neuen Heimatstadt erzählt, tut er das inzwischen lieber auf Englisch – mit fränkischem Akzent. „Natürlich ist Auckland nicht mit Sydney oder Berlin zu vergleichen und die Szene ist relativ klein. Das Schöne ist, dass man eigentlich überall hingehen kann und der Neuseeländer, auch „Kiwi” genannt, an sich sehr entspannt mit dem Thema Homosexualität umgeht.“ In diesem Zusammenhang war Andreas auch zuversichtlich, dass Neuseeland im Jahr 2013 die Homoehe einführte – was schließlich auch passierte. Zwar gab es bereits die Möglichkeit einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft, doch im September 2012 hat das Parlament in Wellington den ersten Schritt zur völligen Gleichstellung getan.

Im Großraum Auckland lebt mit über 1,4 Millionen Einwohnern etwa eine Drittel der Gesamtbevölkerung Neuseelands, dennoch ist das Stadtzentrum rund um den Central Business District sehr überschaubar. Den besten Blick auf Auckland hat man vom 196 Meter hohen Mount Eden, einem von etwa 50 erloschenen Vulkanen, auf denen die Stadt erbaut wurde. Zum mit saftig grünem Gras bewachsenen Krater gelangt man entweder mit dem Auto oder zu Fuß über ein Netz von innerstädtischen Parks und Grünanlagen, das sich zehn Kilometer vom Albert Park im Stadtzentrum über die Auckland Domain, auf der oft Festivals und Konzerte stattfinden, zum Mount Eden und dem One Tree Hill erstreckt.

Die Aussicht auf Auckland mit dem alles überragenden Sky Tower und den im Hauraki Golf liegenden Inseln ist die perfekte Einstimmung auf alles, was man in Neuseeland noch erleben wird. Wer sofort in die grandiose Natur aufbrechen möchte, kann dies mit den Fähren und Booten hinaus in den Hauraki Golf tun. Neben Segeltörns mit Yachten, die einst für den America’s Cup gebaut wurden, gibt es Touren zu Inseln wie Tiritiri Maitangi, Rangitoto oder Motuihe sowie Katamaranexpeditionen zur Wal- und Delfinbeobachtung. Im Sommer lockt der Nacktbadestrand Ladies Bay im Osten der Stadt viele schwule Besucher, gut 20 Kilometer nördlich von Auckland liegt der Sandstrand von Long Bay Beach, der auch ideal zum Picknicken ist.

Aucklands Lebensader der Innenstadt heißt Queen Street, die sich vom Fährterminal einmal quer durch die Innenstadt zieht. Von hier ist es ein Katzensprung zum schicken Britomart, einem Shopping- und Restaurantviertel, das historische Gebäude mit moderner Architektur verbindet und in dem man wunderbar zu Abend essen kann. Auch zu den Yachten und Cafés des Viaduct Harbour und der Princes Wharf sind es nur ein paar Gehminuten. Entlang der Queen Street finden sich auch jede Menge Geschäfte für den Outdoor- Bedarf. Wer wetterfeste Kleidung, eine Campingausrüstung oder Trekkingschuhe braucht, kann sich hier mit bester Qualität zu annehmbaren Preisen eindecken.

Nicht verpassen sollte man auch den Besuch der Sky City mit dem 328 Meter hohen Sky Tower – dem höchsten Gebäude auf der Südhalbkugel. Ob man bei schönem Wetter einfach die Aussicht von einem der Decks genießt, eines der Restaurants besucht oder sich beim SkyJump knapp 200 Meter in die Tiefe stürzt, bleibt einem selbst überlassen. Bevor man sich ins Nachtleben stürzt, lohnt ein Besuch der beiden Viertel Ponsonby und Parnell. Beide sind beliebte Alternativen für einen Schaufensterbummel oder eine Kneipentour, wobei an der Ponsonby Road mit dem Restaurant SPQR und der Cocktaillounge Lolabar zwei in der Szene sehr beliebte Anlaufstellen liegen.

Wer am Wochenende in Auckland ist, sollte am Abend einen Abstecher zur Karangahape Road machen. Um dem Zungenbrecher aus dem Weg zu gehen, wird die Straße, in der sich die meisten der schwulen Bars befinden, einfach K’Road genannt. Aucklands Szenemeile liegt etwa zwei Kilometer vom Fährterminal entfernt und ist somit von den meisten Hotels in Downtown einfach zu erreichen. Neben den beiden Restaurants Finale und Caluzzi, die zum Dinner gleich noch eine Dragshow dazuliefern, ist die Family Bar freitags und Samstags der Ort, an dem sich Aucklands Szene trifft. Der einzige schwule Club hat bis vier Uhr morgens geöffnet und zieht aus Mangel an Alternativen ein sehr gemischtes Publikum an. Etwas entspannter geht es ein paar hundert Meter weiter im Urge zu. In der Jeans und Lederbar trifft man schnell auf den ein oder anderen „Kiwi“, der einem noch Tipps für die Stadt oder die weitere Reise geben kann.

INFO

www.aucklandnz.com
Website von Auckland mit zahlreichen Tipps für Hotels, Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Ausflüge sowie einem Event- Kalender.

www.newzealand.com
Die offizielle Website von Tourism New Zealand bietet jede Menge Informationen zu den Regionen und Städten.

ANREISE

Thai Airways fliegt täglich ab Frankfurt und München über Bangkok nach Auckland. Seit Mitte Dezember wird auf der Strecke von Frankfurt nach Bangkok der brandneue A380 eingesetzt. Hin- und Rückflug kosten ab 1053 Euro. Auf Angebot- Specials der Website achten!
www.thaiair.de

HOTELS

Hotel DeBrett (2 High Street) Das schicke Boutique Hotel im Herzen von Auckland ist Mitglied der Designhotels und überzeugt mit individuellem Design und geräumigen Zimmern, die zum Teil auf zwei Etagen liegen, www.hoteldebrett.com