Rund 15.000 Sportler fiebern den World Out Games entgegen, die Ende Mai Miami zur Hauptstadt des schwulen Sports machen.

Text: Christian Lütjens

 

Seit Miami im März 2013 den Zuschlag für die vierten World Out Games bekam, fiebert Nordamerikas südlichstes Schwulenmekka einem Ereignis entgegen, das „mehr Athleten als die Olympischen Spiele in London 2012 zusammenbringt, und mit 450 Sportveranstaltungen viermal so viele Events wie die Winterspiele in Sotchi bietet“. Dieses ehrgeizige Ziel setzen sich die Organisatoren jedenfalls. Dabei helfen sollen die schwulen Basketballer Derrick Gordon und Jason Collins, die als Botschafter für die World Out Games auftreten. Bei den American Business Awards gab es bereits drei Trophäen fürs Marketing. Der Rest: Ein blanker Superlativ. Mit 15.000 Teilnehmern sollen die Spiele mehr Sportler anziehen als jedes Vorgänger-Event, die Anzahl der Wettkampfdisziplinen wurde durch die Ergänzung von Netball und Domino auf 30 erhöht, die Eröffnung findet im Marlins-Park-Stadion statt, das über 36.000 Zuschauer fasst und jüngst von Beyoncé bespielt wurde.

Sport und Menschenrechte

Neben der sportlichen gibt es auch eine politische Seite der Spiele. Vor den Wettkämpfen findet eine Menschenrechtskonferenz statt, bei der Gleichstellungsfragen zu LGBTI in Sport und Gesellschaft diskutiert werden. Hier fällt den ersten Out Games in den USA ein zusätzlicher Superlativ in Sachen Bedeutsamkeit zu: Weder in Montréal, noch in Kopenhagen oder Antwerpen war das Einfordern von Menschenrechten so relevant wie bei den Miami-Spielen, die das erste internationale Homo-Großereignis in den USA unter dem Präsidenten Donald Trump sind.

World Out Games Miami
26. Mai bis 4. Juni 2017

 

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