Vier schwule Kulturtipps für das Frühjahr 2017: Von der großen Bühne des Berliner Friedrichsstadt-Palastes bis zum Zusammenspiel von Sport und Mode im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe.

Text: Carsten Bauhaus, Aufmacherfoto: Philipp Lipiarski

 

Hamburg: Großer Stil

sports/no sports
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Bis 20. August 2017

Fidel Castro hat es vorgemacht: Vor zwei Jahren empfing er den Papst ganz nonchalant im Trainingsanzug. Wo früher festgelegte Dresscodes herrschten, heißt es heute „anything goes“. Sneakers und Jogginghosen werden bürotauglich, Stars zeigen sich in Shorts auf dem roten Teppich — nur die Fußballtrainer tragen jetzt selbstverständlich Maßanzug. Die Ausstellung „sports/no sports“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe befasst sich mit der Wechselwirkung von Mode und Sportbekleidung. Ein historischer Überblick setzt die Trends in Bezug zu sich wandelnden Körperidealen.

 

The One C Sven Darmer

The One, Foto: Sven Darmer.

Berlin: Großer Auftritt

The One Grand Show
Täglich im Berliner Friedrichstadt-Palast

Nachdem der Friedrichstadt-Palast für die Show „The Wyld“ den französischen Designer Thierry Mugler gewinnen konnte, setzt die Berliner Bühne für die neue Produktion „The One“ nochmal einen drauf: Die schwule Fashion-Ikone Jean Paul Gaultier schwang diesmal den Zeichenstift, um die über hundert Künstlerinnen und Künstler auf der größten Showbühne der Welt in atemberaubende Stoffe zu hüllen. Und damit noch nicht genug: Das Lichtdesign stammt von Emmy-Preisträger Peter Morse, der schon für Michael Jackson, Madonna und Barbra Streisand gearbeitet hat. Also: Licht aus, Spot an!

 

Wien: Große Verführung

Boylesque Festival Wien
Prater Wien
24. und 25. Mai 2017

Das ist die neue Wiener Melange: Artistisches Varietétheater, kombiniert mit viel Glamour, humorvollen Geschichten und der obligatorischen Portion Nacktheit. Wenn Veranstalter und Tänzer Jacques Patriaque im Wiener Prater zum vierten Mal das Boylesque-Festival realisiert, stehen insgesamt vierzig internationale Burlesque-Künstlerinnen und -Künstler sowie ein Überraschungsgast auf der Bühne, pellen sich dort gaaanz langsam und kunstvoll aus ihren fantasievollen Kostümen — und versetzen das Publikum zusätzlich mit Gesang, Akrobatik und Pole Dance in ekstatisches Entzücken.

 

Come Together Cup C CTC

Come Together Cup, Foto: CTC.

Köln: Großer Sport

Come Together Cup
Vorwiesen Rhein Energie Stadion Köln
15. Juni 2017

Dass Sport verbinden kann, ist eine Weisheit, die der Come Together Cup für die Praxis nutzen m.chte. Die fußballverrückte Kölner Initiative lädt in diesem Juni wieder ein, Schwule und Lesben auf dem Spielfeld bei fröhlicher Atmosphäre persönlich kennen zu lernen. Schon seit 1995 werden auf diese Weise nicht nur Tore geschossen, sondern auch Vorurteile abgebaut. Wer lieber nur zuschauen möchte, ist aber auch herzlich willkommen – das Organisationsteam stellt ein Bühnenprogramm auf die Beine. Auch beim Feiern lernt man schließlich leicht neue Freunde kennen.

 

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