Hunderte Männer auf einem Schiff in sonnigen Gefilden, dazu Flirts und laute Musik, die bis in den Morgen spielt – fertig ist die Zutatenliste für die schwule Kreuzfahrt. Für viele offenbar ein Leibgericht, denn sowohl die Zahl der Gäste wie auch die der Anbieter steigt stetig: In diesem Jahr sind so viele Gay Cruises wie nie unterwegs. Zeit für einen Überblick.

Text: Daniel Segal

 

Wenn zum Jahresende Millionen Zuschauer die neueste Folge des TV-Dauererfolgs „Das Traumschiff“ sehen und die Schicksale pensionierter Ehepaare auf hoher See verfolgen, hat das nicht wirklich Sex-Appeal. Und so ist es vielleicht auch die Schuld des Fernsehklassikers, dass es eine ganze Weile gedauert hat, bis sich auch in Deutschland herumgesprochen hat, dass auf Kreuzfahrten mehr passieren kann als ein langweiliges Dinner nach dem anderen. Mittlerweile aber sind Kreuzfahrten längst keine Nische mehr für gutbetuchte Frührentner.

Zwei neue deutschsprachige schwule Kreuzfahrten

Im Jahr 2015 nahmen nach Angaben des Deutschen Reiseverbands 1,81 Millionen Deutsche an einer Kreuzfahrt teil, die Branche machte einen Umsatz von 2,87 Milliarden Euro. Olaf Alp, der mit der mCruise im Jahr 2017 eine von zwei neuen deutschsprachigen Kreuzfahrten speziell für die Community anbietet, sieht trotzdem noch Wachstumspotenzial: „Obwohl Deutschland der zweitgrößte Kreuzfahrtmarkt der Welt ist, hat sich ein großer Teil unserer Zielgruppe noch nie für eine Kreuzfahrt und schon gar nicht für eine schwule Kreuzfahrt entscheiden können.“ Das, so hofft er, wird sich ändern – auch weil die Branche die Angebote immer genauer auf die Zielgruppe abstimmt. Bei den schwulen Kreuzfahrten, von der mCruise über die Rainbow Cruise bis zu Atlantis, halten sich die Ähnlichkeiten zum Fernseh-Traumschiff deshalb in engen Grenzen: Statt Schlager wird House aufgelegt, angesagte DJs sorgen für den richtigen Sound bis in die frühen Morgenstunden.

Feiern bis in die Morgenstunden

Wer anschließend noch Energie hat, kann auf Landgängen neues Terrain erkunden. Und wenn dann noch sexy Kerle am Pool liegen, sind die distinguierten Damen und Herren klassischer Kreuzfahrten ohnehin vergessen. Für die potenziellen Gäste wird damit zugleich die Auswahl größer. In der Karibik, zwischen den Kanarischen Inseln und im Mittelmeer, überall sind jetzt auch schwule Kreuzfahrten unterwegs. Die variieren das klassisch-schwule Grundkonzept jeweils ein wenig, so dass alle, die es etwas exklusiver und ruhiger mögen, ebenso auf ihre Kosten kommen wie die Jungs, denen es in erster Linie um Party und möglichst viele Flirts geht. Im Jahr 2017 gilt deshalb mehr denn je: Happy Cruising, everyone!

 

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