Weil der November zuletzt ungewöhnlich sonnig war, hat der Februar den Titel des unbeliebtesten Monats übernommen. Doch Winterblues muss nicht sein. Schließlich steigen im Februar rund um die Welt viele spannende Events für die schwule und lesbische Community. Sieben Veranstaltungen stellen wir vor!

Text: Tobias Overkämping und Tobias Sauer

 

Rainbow Reykjavík

Reykjavík, Island
9. bis 12. Februar

Die Kopfhaare sind gefroren, Nebelschwaden steigen bei jedem Ausatmen in den klaren Nachthimmel auf. Derweil blubbert das heiße Wasser des Outdoor-Jacuzzi um den nackten Körper. Irgendwo fern sind knirschende Schritte im Schnee zu hören, doch die ganze Aufmerksamkeit gilt den bunten Nordlichtern über dir. Nach drei Tagen Naturerkundung und drei heißen Clubnächten sieht so der stilechte Abschluss des Rainbow Reykjavík-Festivals im Regenbogen-Winterwunderland Island aus!

 

Leatherpride Belgium

Antwerpen, Belgien
15. bis 20. Februar

Auch wenn das Programm ganz harmlos mit Kaffee und Kuchen beginnt: In den folgenden Tagen wird beim Leatherpride Belgium jede Fantasie hemmungslos ausgelebt, die auch nur im entferntesten mit Lack und Leder zu tun hat. Von Sportswear-Partys bis Puppy Play und von Superhero-Treffen bis zum geselligen Beisammensein unter Skinheads – wenn du einen Fetisch hast, findest du hier Gleichgesinnte. Zum Glück bleibt dank der sechs Pride-Tage noch genügend Zeit zum Gear-Shoppen und Relaxen.

 

Teddy Award

Berlin, Deutschland
17. Februar

Keine Frage: Der Teddy Award ist der bedeutendste queere Filmpreis der Welt. In 31 Jahren haben mehr als eine Million Teddy-Besucherinnen und Besucher mehr als 1000 Filme gesehen, über 100 Werke mit den begehrten Preisen ausgezeichnet. Auch in diesem Jahr hat das Publikum im Rahmen der Berlinale Gelegenheit, rund neue 50 Filme zu sehen. Am 17. Februar steigt in Berlin dann die große Preisverleihung. Durch den Abend führt der Entertainer Jack Woodhead.

 

Sydney Mardi Gras

Sydney, Australien
17. Februar bis 5. März

Der Höhepunkt des schwulen Jahres steht in Australien schon früh im Kalender: Im Februar und März nämlich, wenn in Sydney die Riesen-Party Mardi Gras gefeiert wird. Zwischen Pool-Partys und Diskussionsrunden, Konzerten und Performances lernt man Sydney noch einmal ganz neu kennen. Cool, kreativ und intellektuell herausfordernd zeigt sich die australische Metropole. Schwer fällt allerdings die Auswahl der Events, denn an allen kann man schon aus Zeitgründen nie und nimmer teilnehmen. Die große Mardi Gras-Parade, auf die alle hinfiebern und die man sich wirklich nicht entgehen lassen sollte, zieht zum Abschluss der Feierlichkeiten am 4. März schließlich Gäste aus der ganze Welt an.

 

Karneval in Salvador

Salvador de Bahia, Brasilien
23. Februar bis 1. März

Man braucht schon Ausdauer, um sich mit den anderen zwei Millionen Gästen den weltgrößten Karneval in Salvador de Bahia anzusehen. Deshalb heißt es: Prioritäten setzen! Zum Beispiel auf die „Muquiranas“, die „Mädels“. Dieser wilde Block im Karnevalszug besteht seit den 1960ern aus Männern, die sich unter wechselnden Mottos als Frauen verkleiden. Einst gestartet von heterosexuellen Männern, herrscht heute ein bunter Orientierungsmix unter den Damendarstellern, und Heteros und Homos marschieren Handtasche an Handtasche.

 

Cape Town Pride

Kapstadt, Südafrika
24. Februar bis 4. März

Kapstadt ist nicht nur die schwule Hauptstadt Südafrikas, sondern eigentlich die queere Kapitale des gesamten Kontinents. In jedem Fall sorgt allein schon die traumhafte Lage unterhalb des Tafelbergs und am Meer für sehnsüchtige Stimmung. Seit 2001 demonstrieren Südafrikas  Lesben und Schwule mit Lebensfreude mit dem Pride für Gleichberechtigung, die die fortschrittliche südafrikanische Verfassung garantiert. Höhepunkt des Pride-Festivals ist der Pride-Umzug am 4. März.

 

Pride Fort Lauderdale

Fort Lauderdale
26. Februar

Happy Birthday! Schon seit vierzig Jahren organisiert der Verein Pride Fort Lauderdale jedes Jahr das gleichnamige Event. In diesem Jahr nun haben die Organisatoren den Pride aus der Stadt an den Strand von Fort Lauderdale verlegt – eine tolle Idee, denn unter Palmen macht das Programm gleich noch mehr Spaß. Mit einer eigenen „Family Area“ und einer „Senior Chill Zone“ wird der Pride zugleich so inklusiv wie nie zuvor. Und Zusammenhalt ist etwas, das angesichts des derzeitigen politischen Klimas in den USA sicherlich nicht schaden kann.

 

Noch mehr Events im Februar findest du übrigens in der Veranstaltungsdatenbank des Spartacus International Gay Guide!