Kopenhagen macht es einem wirklich leicht. Zwar ist die Stadt nicht sonderlich groß, aber von Schloss Amalienborg zum Nyhavn, von der Carlsberg Glyptotek in den alternativen Stadtteil und Freistaat Christiania ist es dann doch ein ganzes Stück zu Fuß. Mit einer in Europa ziemlich einzigartigen Aktion setzt die dänische Hauptstadt auf das Fortbewegungsmittel Fahrrad. Besonders Touristen lieben die überall in der Stadt stationierten Citybikes, deren Benutzung kostenlos ist. Die „Bycykler“ stehen vom 1. Mai bis 15. Dezember zur Verfügung, dürfen allerdings nur innerhalb des Innenstadtbereichs eingesetzt werden. Was den Kopenhagenbesucher aber kaum einschränkt. Und die 125 Radstationen, an denen man mit einem 20-Kronen-Stück wie beim Einkaufswagen das Rad vom Ständer losmacht, sind einfach zu finden. Das erleichtert auch eine Tour durch Kopenhagens sympathische Homoszene, die im August ihren Gay Pride feiert. Tagsüber kann man auf der mit über drei Kilometern längsten Fußgängerzone Europas, Strøget, und in deren Boutiquen, Designshops und Kaufhäusern ziemlich gut flirten. Ob für einen leichten Lunch, zum Kaffee am Nachmittag oder als Startpunkt für eine Szenetour am Abend – das Oscar am Rathausplatz ist eine der beliebtesten schwulen Adressen der Stadt. Hier gibt es aktuelle Infos über Veranstaltungen sowie kostenlose Stadtmagazine und das Personal hat sicher den ein oder anderen Tipp parat. Gleich in der Nachbarschaft befindet sich eine der ältesten Homobars Europas: Im recht urigen Centralhjørnet scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Ganz anders kommt dagegen die plüschige Künstlerkneipe und Pianobar Café Intime im Stadtteil Frederiksberg daher. Rund um die Studiestræde findet sich gleich eine ganze Reihe schwuler Treffs. Das Jailhouse ist ein Restaurant mit Bar, in dem es aussieht wie im Knast, doch glücklicherweise nicht so schmeckt. In der Cosy Bar und im Never Mind lässt man sich dagegen erst zu später Stunde blicken. Wer im Sommer nach Kopenhagen kommt, sollte auf alle Fälle auch einen Beach-Besuch einplanen. Der neu gestaltete Amager Strand ist ein lang gezogener Sandstrand mit einer flachen Lagune, den man leicht mit der Metro in Richtung Flughafen erreicht. Der beliebteste Gay Beach ist Bellevue ein paar Kilometer außerhalb. Bekannt ist der Ort vor allem, weil die Strandsiedlung vom dänischen Design-Papst Arne Jacobsen entworfen wurde. Am besten nimmt man den Schnellzug bis Klampenborg und läuft vom Bahnhof in Richtung Strand. Am Nordende findet sich der Nacktbadestrand mit jeder Menge schwuler Sonnenanbeter.
(Erschienen in SPARTACUS TRAVELER 2/11)

INFO

www.visitcopenhagen.com

HOTELS

Gayfriendly Hotels in Kopenhagen

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