Neben dem Barossa Valley in Südaustralien gehört das Hunter Valley sicher zu den weltweit bekanntesten Anbaugebieten des fünften Kontinents. Von der Mündung in den Pazifik bei Newcastle zieht sich das Flusstal rund 160 Kilometer weit ins Landesinnere. Seit 1823 wird hier, in einer der schwülsten und heißesten Gegenden des Landes, Wein angebaut. Statt steiler Hänge ziehen sich sanfte Hügel durch das Tal des Hunter, die Gegend ist überraschend flach, der Wein wächst quasi auf Feldern. Sonne, Regen und schwere, nährstoffreiche, rötlich gefärbte Böden hinterlassen in den das Hunter Valley dominierenden Rebsorten Shiraz, Cabernet Sauvignon und Pinot Noir (rot) sowie Sémillon und Chardonnay (weiß) ihre Spuren.

Die angebauten Weine sind kräftig im Geschmack, haben einen deutlich höheren Alkoholgehalt als ihre europäischen Verwandten und sind definitiv nichts für Liebhaber leichter Weine. Der Shiraz ist das Aushängeschild des Hunter Valleys wenn es um Rotwein geht. Die ursprünglich im französischen Rhônetal und Languedoc-Roussillon zu findende Rebsorte, die dort Syrah heißt, ist besonders vielseitig. Unzählige Stilrichtungen von mittelschweren bis großen, schweren Weinen lassen sich mit Shiraz erzeugen. Die primären Fruchtaromen erinnern an Kräuter und Gewürze, an Menthol, Himbeere, Pflaume und Lakritze; im Alter entwickeln sie sich erdig, schokoladige Düfte mit Noten von Kaffee, Pfeffer oder Paprika. Vermutlich gehörte der Shiraz zu den Rebsorten, die bereits 1832 das Hunter Valley erreichten und damit zum Ruf australischer Weine wesentlich beitrugen. Unter den Weißweinen, die im Hunter Valley angebaut werden, sticht der Sémillon hervor, auch, weil er hier ohne Holzfassausbau produziert wird.

Während er in Kalifornien vor allem für liebliche Weine dient, betonen die australischen Sémillons nach längerer Flaschenlagerung die schwereren Toastund Honigaromen. Eine australische Spezialität sind Kompositionen aus verschiedenen Rebsorten, Blends oder Cuvées genannt, die sich seit Mitte der 90er Jahre auch in Mitteleuropa zunehmender Beliebtheit erfreuen und deren Geschmack ganz allein vom Können des Kellermeisters abhängt. Fast jedes Weingut hat Blends im Programm, von Sémillon Sauvignon über Sémillon Chardonnay bis zu Cabernet Merlot sind die Varianten beinahe grenzenlos.

Zu den Flagschiffen der Hunter- Cuvées gehört dabei der „GSM“ des traditionsreichen Weingutes Rosemount Estate, eine Komposition aus den Sorten Grenache, Shiraz und Mourvèdre. Sich von der Vielfalt der Weine des Hunter Valley selbst zu überzeugen, fällt nicht schwer. Von traditionellen Weingütern wie Mount Pleasant/McWilliams über kleine Familienbetriebe mit nur wenigen Hektar Anbaufläche bis zu futuristisch designten Weingut-Showrooms wie bei Tempus Two – Besucher sind jederzeit herzlich willkommen und können sich meist kostenlos durch die unterschiedlichen Weine testen. Folgt man der Regel „Sight-Smell-Sip“ (Aussehen, Geruch, Geschmack) und konzentriert sich während seines „Weingut-Hoppings“ auf zwei, drei Sorten, kann auch der Laie sehr leicht Vergleiche ziehen und seinen Favoriten finden.

INFO

www.winecountry.com.au
Informationen über das Weinland Australien

www.visitnsw.com
Homepage von Tourism New South Wales mit Tipps und Infos zu den Regionen.

HOTEL

Hotel Tower Lodge (Halls Road, Pokolbin) Luxushotel inmitten der Weinregion des Hunter Valley, www.towerlodge.com.au

WEINGÜTER

www.mcwilliams.com.au
www.rosemountestate.com.au
www.lindemans.com
www.tyrrells.com.au
www.undercliff.com.au
www.bimbadgen.com.au
www.poolesrock.com.au
www.tempustwowinery.com.au